Donnerstag, 25. März 2010

Abel Kisu Fon (mein Arbeitskollege)

(chrisch) Für alle die es interessiert, hier ist ein Bild von Abel Kisu Fon. Wir arbeiten seit gut 3 Monaten zusammen und bauen gemeinsam das IT Department auf.
Er ist 27 Jahre, wohnt in einem kleinen Haus in Mbingo 2 und arbeitet seit rund drei Jahren für das Mbingo Baptist Hospital als "Medizinal-Techniker". Sein Aufgabengebiet ist enorm umfangreich: Es beinhaltet Verkabelung von neuen Gebäuden, Reparatur von Röntgen- und anderen medizinischen Geräten, IT-Support und Reparatur von Computern und deren Komponenten.



Nebst seiner Arbeit hier am Spital absolviert Abel ein Diplomkurs für Elektroniker an der Penn Fosters Career School. Dieser Fernkurs dauert drei Jahre und erfordert viel Disziplin beim lernen, damit das Ziel erreicht wird. Vor rund einer Woche hat er das zweitletzte Paket mit Büchern und Lernmaterial erhalten. Wenn alles klappt, wird Abel im Juni 2010 die letzten Prüfungen ablegen und diplomiert werden.
Es ist schön zu sehen, wie er Zeit und Energie in die Weiterbildung investiert und so seine Chancen für die Zukunft verbessert.



Die Fotos entstanden heute Morgen in unserem Büro. Er muss der Schule ein Bild senden, damit sie es auf ihrer Webseite veröffentlichen können. Da es sich um einen Fernkurs handelt sahen sich die Studenten noch nie.

Mittwoch, 24. März 2010

Victorinox Supportanfrage

(chrisch) In den vergangenen Wochen schlug ich mich regelmässig mit Supportanfragen herum. Zuerst musste ich mit dem HP Kundendienst kämpfen, damit ein Notebook auf Garantie repariert wird. Gemäss den Informationen aus dem Internet ist das BIOS (Basic Input/Output System) fehlerhaft und verursacht einen Schaden an der CPU.
Um das Notebook einsenden zu können, musste ich drei Mal mit HP telefonieren mad und verursachte so Kosten von ca. 40.- CHF. Zudem wurde mir erst im letzten Telefonat mitgeteilt, dass die Festplatte gelöscht wird... zu diesem Zeitpunkt war der Rechner aber bereits auf dem Weg in die USA. "Glücklicherweise" erstellte ich vor dem Versand eine Datensicherung.

Seagate, der Festplattenhersteller, war da schon wesentlich einfacher und kundenfreundlicher. Wir kauften eine Festplatte in Bamenda, die auf Grund eines technischen Defektes nie funktionierte. Da wir dies aber erst nach gut einem Monat feststellten wollte uns der Händler keine Garantie gewähren. Gemäss der Seagate Webseite hat die Festplatte aber noch bis 2012 Garantie.
Nachdem ich in den USA eine Garantieanfrage eröffnet habe, erhielt ich eine Austauschnummer und Informationen wie und wohin das Produkt eingesendet werden muss. Die Festplatte wurde von einem Arzt in die Staaten mitgenommen und in ca. drei Wochen wird die Ersatzfestplatte von einem anderen Arzt wieder zurückgebracht. So werden wir mit rund vier Monaten Verzögerung den Computer der Physiotherapie Abteilung aktualisieren können.

Wie ich bereits am 27. November geblogged habe, verwende ich für meine Arbeit regelmässig mein Victorinox CyberTool Messer. Als ich heute Morgen zufrieden mein Messer zur Hand nahm um eine Schraube zulösen stellte ich mit Schrecken fest, dass zwei Bits (auswechselbare Spitzen des Schraubenziehers) fehlen. Mischt!!!! Nun, die Wahrscheinlichkeit dass ich sie irgendwo finde ist gleich Null. Vermutlich sind sie mir während einer Reparatur herausgefallen und liegen nun irgendwo am Boden.
Nach einer kurzen Suche im Internet nach passenden Ersatzteilen beschloss ich Victorinox schriftlich anzufragen, wo ich diese Bits kaufen könne. Ich erklärte ihnen den Sachverhalt und den Einsatzzweck ihres Tools.
Kurz nach dem Mittagessen erhielt ich ein E-Mail vom Victorinox Verkauf mit der Bitte, mich bei ihnen telefonisch zu melden. Der Versuch mit Skype zu telefonieren misslang und so musste ich einmal mehr das (teure) Handy verwenden. Das Gespräch mit dem Kundendienst haute mich dann allerdings aus den Socken. Als Erstes bot mir der Verkäufer an mich auf mein Handy zurückzurufen - Wow, das hat bis jetzt noch niemand gemacht. Da ich meine Nummer nicht auswendig kann verzichtete ich auf das freundliche Angebot. Danach erklärte er mir, sie seien bereit mir die fehlenden Bits kostenlos zu ersetzten und an meine Eltern zu senden. Da war ich dann wirklich verblüfft. Kostenloser Service ohne lange Diskussion wann und wo ich das Messer gekauft habe? Gibt es denn so etwas heutzutage noch? Und zu guter Letzt dauerte das Telefonat nicht einmal fünf Minuten.

Mit diesem ausserordentlich guten Service schlägt Victorinox alle anderen Firmen um Längen. Ich hoffe dass Vicotrinox noch lange den hohen Qualitätsstandard und die Kundenfreundlichkeit beibehält. Mein nächstes Taschenmesser wird auf jeden Fall wieder von Victorinox sein!

P.S. Nein Lydia, wir werden nicht von Victorinox gesponsert! Aber ich würde natürlich auch nicht nein sagen, falls sie uns ein paar CyberTool Messer schenken möchten wink.
P.S.2. Eigentlich sollte wir hier noch ein Loblied auf gute, solide Schweizerqualität anstimmen biggrin

Samstag, 20. März 2010

Wochenplatz

(chrisch) Nachtrag: Das Leben hier ist doch nicht ganz so Ereignislos wie ich es vorhin geschrieben habe. Ich muss mir kurz meinen Frust von der Seele schreiben.

Kurz nach unserer Ankunft hier in Mbingo lernten wir Felix kennen. Er ca. 14 Jahre alt und wohnt im ehemaligen Lepra-Quartier auf dem Spitalgelände. Da seine Mutter als Putzfrau nicht viel verdient, ist das Geld natürlich immer knapp und die Schulgebühren verursachen finanzielle Probleme.

Eines Tages fragte uns Felix, ob wir ihm bei der Bezahlung der Schulgebühren helfen können. Wir erachten die Ausbildung von Kindern als sehr wichtig und waren gerne dazu bereit. Da wir aber den Eindruck vermeiden wollen, dass die Weissen Milchkühe sind, beschlossen wir Felix als "Gartenjunge" einzustellen. So kann er Geld verdienen und zugleich das Darlehen zurückzahlen.
Als weitere Unterstützung schenkten wir ihm zwei Schulbücher, die er für seine Ausbildung benötigt. Hier in Kamerun ist es so, dass die Kinder ihre Bücher und Hefte selbständig kaufen müssen. Somit fallen neben den hohen Schulgebühren noch weitere Kosten an, wie zum Beispiel die staatlichen Prüfungsgebühren, Schuluniformen, Bücher und Hefte.

Bis vor rund zwei Wochen funktionierte diese Abmachung ganz gut. Felix war nie ausserordentlich fleissig, aber was solls. Ich ging davon aus, dass er müde von der Schule und der Arbeit auf der eigenen Farm sei.
Als wir vor zwei Wochen nach Bamenda fuhren erzählte ich dies Felix und erklärte ihm, dass wir erst am Samstag nach Hause kommen. Als wir am Samstagmorgen um 9:15 Uhr wieder Zuhause eintrafen stellte ich fest, dass Felix auf seinem Zeitrapport, dem Blatt wo er aufschreiben soll wann er kommt und wann er wieder geht, eine Arbeitszeit von 7:00 - 12:00 notiert hat. Mhhhh... wenn er bis 12:00 Uhr arbeitet, sollte er doch noch hier sein. So ging ich jede halbe Stunde in der Garten um zu überprüfen ob er ev. vom Markt zurückgekehrt sei. Aber er ward nicht mehr gesehen.
Als ich ihn am Nachmittag zur Rede stellte, leugnete er zuerst alles. Er sei vielleicht um 11:30 nach Hause gegangen... erst als er erfuhr, dass wir bereits um 9:15 wieder in Mbingo waren gestand er den Betrug. Ich war natürlich sehr enttäuscht von ihm und sagte ihm dies auch. Er gelobte Besserung und wir gaben ihm nochmals eine Chance. Wer hat als Jugendlicher und sogar als Erwachsener nicht schon Sachen gemacht, die nicht erlaubt waren. Sei es während der Arbeitszeit private E-Mails zu lesen, länger in der Kaffepause zu sitzen oder ein Kugelschreiber von der Firma nach Hause zu nehmen.

Seit diesem Vorfall sind zwei Wochen vergangen und wir haben ihn nicht mehr gesehen. Letzte Woche erfuhren wir, dass sie in der Schule ein Test Examen schrieben das länger dauerte und er am Samstag dann zu müde war um zu arbeiten. OK, das kann ich als Begründung verstehen.
Gestern Freitag regnete es und er konnte deshalb nicht arbeiten. Ja, auch das ist ev. noch akzeptabel. Warum er aber heute nicht zur Arbeit erschien (es ist Neblig, nicht zu warm oder zu kalt) konnte er nicht plausibel begründen.

Am Montag werde ich mit dem Sozialarbeiter und der Mutter das Gespräch suchen, da ich verhindern möchte dass Felix bereits so früh auf die schiefe Bahn gerät. Wenn seinem Treiben nicht jetzt ein Ende gesetzt wird, kriegt er in Zukunft grosse Probleme mit den Weissen, seinem Arbeitgeber und der gesamten Gesellschaft.
Da wir Ausländer miteinander reden und Erfahrungen austauschen, wird er einen schlechten Ruf erhalten, von niemandem mehr unterstützt werden und keine weiterführende Schulbildung erhalten.

Ich frage mich, ob und wie lange ich ihm noch eine Chance geben soll. Am liebsten würde ich ihm kündigen und jemand anderes für diese Aufgabe einstellen. Aber ob dies der richtige Weg ist?
Wir werden es sehen. Ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten.

FAQ wurde aufgeschaltet:

(sara & chrisch) Nach längerer Vorbereitungszeit haben wir nun endlich den FAQ Blog-Eintrag aktualisiert und die Informationen hinzugefügt.

Da sich bei uns das Leben zur Zeit hauptsächlich ums Arbeiten, Essen & Schlafen dreht, gibt es leider nicht viel neues zu erzählen. Wir erlauben uns deshalb, hier kurz eine kleine Pause beim Bloggen einzulegen.